Zur Gemeindeversammlung

Und was wird aus uns?

Was wird aus uns? Wo diese Frage auftaucht, f├╝hlen Menschen sich verunsichert, schwingt Sorge mit. So auch in den ehemals selbstst├Ąndigen Pfarreien St. Joseph, St. Johann Baptist & Petrus und St. Marien, als das Entstehen einer neuen, gro├čen Kirchengemeinde manchen Gemeindemitgliedern wie das Herannahen einer gef├Ąhrlichen Giftwolke erschien, die hier alles bisherige Gemeindeleben bedrohe.

Nun sind nach der Gr├╝ndung von St. Petrus einige Jahre ins Land gegangen. Schnell stellte sich die Erfahrung ein, dass statt giftigem Niederschlag eher ein befruchtender Fr├╝hlingsregen vom Himmel kam. Die Sorgen waren wie weggeblasen und rund um die drei Kircht├╝rme regten sich neue, verhei├čungsvolle Initiativen: Gespr├Ąchskreise junger Erwachsener, Bibelgruppen, Kreise junger Eltern, Liturgie f├╝r Kinder, Dialog mit K├╝nstlerinnen und K├╝nstlern ...

Dennoch ist die Frage ┬╗Was wird aus uns?┬ź berechtigt, denn Vieles steht und f├Ąllt in unseren Gemeinden nach wie vor mit der Zahl hauptamtlicher Seelsorger/-innen und Priester. Man m├╝sste blind und taub sein zu meinen, dass dies noch lange so bleiben k├Ânne.
Noch wichtiger aber scheint mir eine andere Sorge zu sein: Wie lange will die Kirche noch zusehen, dass es unter uns viele getaufte und gefirmte Christinnen und Christen gibt, die in ihren Berufen und im gesellschaftlichen Leben viel Verantwortung tragen, denen in den Gemeinden aber nur wenig zugetraut wird. Zukunftsf├Ąhig werden unsere Gemeinden erst da, wo auch ihre F├Ąhigkeiten und Gaben ernst- und angenommen werden.

Auf dieser ├ťberzeugung baut das ┬╗Petrus-Modell┬ź auf, von dem schon mehrfach hier die Rede war. Mit ihm machen wir nun ernst! Der Pfarrgemeinderat hatte beschlossen, als erstes in der Gemeinde St. Marien damit zu beginnen. Wie kann das ┬╗Petrus- Modell┬ź mit seinen vier ┬╗S├Ąulen┬ź oder ┬╗Bereichen┬ź konkret aussehen (┬╗Begegnung und Gastfreundschaft┬ź, ┬╗Solidarit├Ąt und N├Ąchstenliebe┬ź, ┬╗Glaubenszeugnis und Glaubensvertiefung┬ź und ┬╗Gebet und Feier des Glaubens┬ź)? Wer kann dafu╠łr Verantwortung u╠łbernehmen? Welchen Platz haben die schon bestehenden Gruppen in der erneuerten ┬╗Gemeinde┬ź? Was wird sich sichtbar ├Ąndern?

Um diese Fragen geht es in der ┬╗Gemeindeversammlung St. Marien┬ź.┬á

Eingeladen sind alle, die im Bereich der ┬╗alten┬ź Gemeinde St. Marien wohnen oder dort ihre ┬╗geistliche Heimat┬ź haben, besonders auch jene Frauen und M├Ąnner, welche sich in den Gruppen und Kreisen im Umfeld von St. Marien engagieren.
Mit diesem Schritt betreten wir Neuland in der katholischen Kirche von Bonn und in unserem Erzbistum. Und Sie sind dabei, ganz gewiss!

Peter Adolf, Pfarrvikar