Die Entscheidung

Den Börsen in Frankfurt/Main
und New York geht es so wie uns

Was hat die Börsenfusion zwischen der Deutschen Börse in Frankfurt/Main und der New York Stock Exchange mit unserer Pfarrgemeinde St. Petrus gemeinsam? Eine ganze Menge! Denn so wie aus den zwei Börsen eine gemeinsame, neue Börse werden soll, ist unsere neue Pfarrgemeinde St. Petrus als Summe aus den drei Gemeinden St. Johannes Baptist und Petrus, St. Marien und St. Joseph hervorgegangen. Trotz der großen Unterschiede einer Kirchengemeinde im Vergleich zu Unternehmen aus der Privatwirtschaft sah und sieht sich der Pfarrgemeinderat Ă€hnlichen Herausforderungen gegenĂŒber, eine neue und dauerhafte Organisationsstruktur zu entwickeln.  Gemeinsam ist auch ein wesentliches Ziel: die Gewinnmaximierung.  Allerdings unterscheidet sich der „Gewinn“ der Kirchengemeinde erheblich von dem der Börse.  Die Kirchengemeinde mehrt ihren Gewinn durch die NĂ€he zu den Menschen und eine lebendige Beziehung zu Gott.  Ihre Aufgabe ist es, die Freuden und Sorgen sowie Hoffnungen und Ängste der Menschen zu teilen. Und: die Zeichen fĂŒr Gottes unerschöpfliche Zuwendung zu entdecken und die Wirksamkeit seines Geistes in unserer Zeit sichtbar zu machen.

Der Pfarrgemeinderat (PGR) hat in seiner Januar-Sitzung grundsĂ€tzlich die neue Organisationsform fĂŒr unsere Pfarrei beschlossen, die im Folgenden als „Petrus-Modell“ bezeichnet wird. Wichtige Ziele des „Petrus-Modells“ sind es, das Kennenlernen und Zusammenleben der drei Gemeinden in der neuen Pfarrgemeinde St. Petrus zu ermöglichen, zu unterstĂŒtzen und dauerhaft sicherzustellen.  Die neue Organisationsstruktur soll aber auch die IndividualitĂ€t der Gemeinden dort bewahren, wo es sinnvoll ist, zu gemeinsamem Handeln ermutigen, wo es angebracht ist, visionĂ€r sein, um langfristig den Herausforderungen fĂŒr und von St. Petrus gerecht zu werden, und helfen, sich an die LebensrealitĂ€t der Gemeinden und ihren Auftrag gemĂ€ĂŸ den Anliegen des letzten Konzils in einem andauernden Prozess flexibel anpassen zu können.  Um dies zu erreichen, wird es keine „OrtsausschĂŒsse“ geben, also keine Mini-PGRs je Gemeinde. Stattdessen organisieren sich die Gemeinden nach den Bereichen ihres seit Jahren gewachsenen und wertvollen Gemeindelebens.  

Die vielfÀltigen AktivitÀten in unseren Gemeinden können im Wesentlichen folgenden vier Bereichen zugeordnet werden:

Diese in jeder unserer Gemeinden Stift, Marien und Joseph unterschiedlich gelebten Bereiche bleiben im Wesentlichen bestehen. In Zukunft wird fĂŒr jeden der vier Lebensbereiche in den Gemeinden ein verantwortliches Gemeindemitglied berufen. Mit einem fĂŒnften, zu wĂ€hlenden Gemeindemitglied bilden die vier eine Equipe. Sie inspiriert als Kern der Gemeinde deren AktivitĂ€ten und hĂ€lt die Augen offen fĂŒr neue Interessenten. Der fĂŒnften, gewĂ€hlten Person in dieser Equipe ist besonders die Sorge fĂŒr die Einheit ans Herz gelegt. Sie schlĂ€gt die BrĂŒcke von der Gemeinde zur Pfarrei und wird Mitglied des Pfarrgemeinderates.  Jeder Equipe wird ein hauptamtliches Mitglied des Pastoralteams zugeordnet.

Die Gemeinden leben vom regelmĂ€ĂŸigen Austausch der Verantwortlichen fĂŒr die Bereiche aus den anderen Gemeinden. Mit ihren Ideen und Erfahrungen bereichern sie einander. DarĂŒber hinaus gibt es gemeindeĂŒbergreifende Aufgaben, die von der gesamten Pfarrei getragen werden (u. a. Ökumene, Vorbereitung auf die Erstkommunion und die Firmung etc.). Die Pfarrei St. Petrus wird sich fĂŒr den Dialog mit Kultur und Gesellschaft ebenfalls gemeindeĂŒbergreifend organisieren.
Das neue „Petrus-Modell“ ist von dem Pastoralmodell von Poitiers in Frankreich inspiriert, das den Herausforderungen von Pfarreien in Zeiten von fusionierenden Gemeinden und Priestermangel unkonventionell, aber sehr hoffnungsfroh begegnet.

Bis das neue „Petrus-Modell“ in allen Details ausgearbeitet ist und von alleine laufen kann, wird der PGR und die zustĂ€ndige Projektgruppe noch viele Meinungen einholen und die Diskussion mit der Gemeinde suchen. In der Übergangsphase hin zum „Petrus-Modell“, wird das aktuell gelebte „Ansprechpartner-Modell“ bestehen bleiben. Bei Sorgen, Fragen und Ideen hat jede Gruppe in der Gemeinde einen festen Ansprechpartner aus dem PGR, der kontaktiert werden kann.
Der PGR wird an dieser Stelle regelmĂ€ĂŸig von den aktuellen Entwicklungen des „Petrus-Modells“ berichten und freut sich ĂŒber konstruktive VorschlĂ€ge aus den Gemeinden.

Dr. Tobias Maria GĂŒnter,
PGR St. Petrus