Nachruf Klaus Kunkel

Großer Dank an den MĂ€zen

Nachruf auf Klaus Kunkel

Die Gemeinde St. Joseph trauert um den MĂ€zen Klaus Kunkel, der am Donnerstag, 23. MĂ€rz 2017, im Alter von 86 Jahren verstarb. Der Kölner Verleger und Publizist hatte mit einer außerordentlich hohen Geldspende die Anschaffung der Klais-Orgel in St. Joseph ermöglicht.

Kunkel war mit 14 Jahren aus Ostpreußen geflohen. Nach der zweiten Flucht aus dem Osten Deutschlands kam er 1959 nach Köln. Der Autodidakt und Selfmademan wurde Verlagskoordinator im Institut der Deutschen Wirtschaft und geschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter der informedia-Stiftung.

1972 grĂŒndete er die Zeitschrift „aktiv“ fĂŒr Arbeitnehmer. Sein Ziel war, breite Schichten der Arbeitnehmerschaft in unterhaltsamer Weise ĂŒber wirtschaftliche ZusammenhĂ€nge zu informieren. Diese Zeitschrift erscheint bis zum heutigen Tag mit einer Gesamtauflage von 1 Mio. Exemplaren.

Kunkel zog in seinem Ruhestand ins Bonner Augustinum. 2011 lernte er auf dem Weihnachtsmarkt des Hauses eifrige Helfer fĂŒr die Anschaffung einer neuen Orgel in St. Joseph kennen, die sich ĂŒber jede kleine Spende freuten. „Unfassbar“, schoss es Kunkel durch den Kopf, „wann wollen die denn das Geld fĂŒr eine Orgel beisammen haben?“ EndgĂŒltig ĂŒberzeugt von dem Großprojekt hatte ihn dann die Dokumentation des Orgelausschusses der Gemeinde mit dem Titel: „Unsere Königin ist todkrank.“ Am nĂ€chsten Tag ĂŒberwies Kunkel 40.000 Euro, fĂŒr die sich der langjĂ€hrige Vorsitzende des Kirchbauvereins Klaus Vogel sofort bedankte.

Und von da an nahm das Wunder seinen Lauf: Kunkel besuchte die Kirche mit der maroden Orgel, war Gast in der  Firma Klais, erlebte deren Schwalbennestorgel im Kölner Dom und beschloss am Ende, die gesamten Kosten fĂŒr die Orgel zu ĂŒbernehmen. SpĂ€ter bemerkte er lakonisch, er sei vor 60 Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten und habe damit jetzt seine Kirchensteuer nachbezahlt.

Die Firma Klais konnte die Orgel fĂŒr St. Joseph in Rekordzeit bauen, weil sich der Bau der Orgel fĂŒr die Elbphilharmonie verzögerte. 2014 wurde die Königin der Instrumente in St. Joseph eingeweiht, zum 83. Geburtstag des MĂ€zens. 

Klaus Kunkel war ein ungewöhnlicher Mensch: klug, offen, zielorientiert, humorvoll und großherzig. Die Förderung von Kunst und Kultur betrieb er mit Passion, hielt sich jedoch  selbst bescheiden im Hintergrund. Spenden und Schenken war dem Ostpreußen zu einer zweiten Natur geworden. Die Gemeinde St. Joseph gedenkt ihres einmaligen MĂ€zens in einem Konzert „Orgel und Cello“ am Sonntag, dem 2. April, um 16 Uhr.  

Kathy Kaaf, Vorsitzende des Kirchbauvereins St. Joseph Bonn-Castell e.V.