Die Hauptkirche der Gemeinde Sankt Petrus
Die Bonner Stiftsgemeinde geht zurück auf die erste Bonner Kirchengründung, die Bonner Dietkirche (Volkskirche), die für das Jahr 795 n. Chr. belegt ist. Die Dietkirche befand sich im heutigen Stadtteil Castell nahe des Römerlagers, im 17. Jahrhundert wurde dieser Standort aufgegeben und eine neue Kirche an der Stelle gebaut, an der sich noch heute die Stiftskirche befindet.

Die Dietkirche war nicht nur die erste Pfarrkirche im Bonner Raum, sondern gleichzeitig - den Heiligen Petrus und Johannes geweiht - auch Taufkirche. Um 1010 entstand nahe der Kirche ein Kloster, das später in ein Stift ungewandelt wurde. 1583 brannten Kloster und Kirche im Kölnischen Krieg nieder, wurden aber wieder aufgebaut. 1646 war die Kirche eine dreischiffige Basilika ohne Querhaus. 1673, im Holländischen Krieg, wurde das gesamte Stift Dietkirchen von der damaligen Garnison zerstört. Die Kirche wurde gesprengt, um freies Schussfeld zu haben, die anderen Gebäude wurden geplündert, verbrannt und niedergelegt. Das Stift wurde hinter die Stadtmauer verlegt. 1729 erhielt es eine neue Kirche an dem nach ihm benannten Stiftsplatz. Das Taufbecken der Dietkirche befindet sich noch heute in ihrer Nachfolgekirche, der Stiftskirche.
Die heutige neogotische Basilika wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom Architekten Wiethase erbaut. Ihre mächtigen Doppeltürme beherrschen seitdem das Bonner Stadtpanorama.
Die Stiftskirche besitzt ein Geläut aus fünf Bronzeglocken, die 1958 in der Gießerei Mabilon in Saarburg gegossen wurden. Die Schlagtöne sind h0, d’, e’, g’, a’. Die Glockenpatrone sind (von groß nach klein) Christkönig, Hl. Maria, Hl. Johannes, Hl. Petrus und Hl. Pius X. Die 6. Glocke im Dachreiter, die 1756 gegossen wurde, wird nur zu Taufen geläutet. Sie trägt den Namen "Apolonia" und stammt aus der Kirche St. Gangolf, die der Säkularisation zum Opfer fiel.





