Mehr Sein als Schein: der unscheinbare Schatz in der Bornheimer Straße.

Eine flache Front mit einer Glocke wie ein Zunftzeichen - so unterbricht die Kirche Sankt Helena die Fassadenreihe des 19. Jahrhunderts der Bornheimer Straße. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein Fremdkörper, auf den zweiten und dritten Blick fällt auf: das Gebäude ist von Architekt Emil Steffann überlegt in die Umgebung eingebettet.
Das fängt bei der Berührung mit den Nachbarhäusern an und hört beim Straßen-Pflasterfußboden der Unterkirche (hier im Erdgeschoß) noch lange nicht auf.
Steffann ist vor allem vom Bauhaus, der Stilrichtung, die DIE Moderne entworfen hat, beeinflusst. Seine Kirche ist funktional, proportioniert und entschieden seiner Zeit voraus. Dass sie bereits 1960 erbaut wurde, sieht man ihr nicht an.
Nichts ist hier dem Zufall überlassen - die Materialien nicht, die Form nicht, die Zugangsweise nicht. Die Hauptkirche ist über eine zweigeteilte Treppenanlage erreichbar, die auf ein quadratisches Holztor hinführt. Drinnen ist es überraschend hell, extrem schlicht. Die Baustoffe sind alltäglich: Ziegelwände, eine flache Fensterreihe mit Standadrahmen, Metallgestänge an der Decke, ein Knüppelholzboden. Einzig der Altar und sakrale Gegenstände sind nicht aus gewöhnlichen Materialien, sondern aus weißen Marmor oder hochwertigem Metall.
Kirchenraum als Dialograum

Die eigentliche Kirche wird heute als kultureller Dialograum, genauer gesagt: "Kreuzung an St. Helena - Ein Dialograum für christlichen Kult und zeitgenössische Kultur e.V." genutzt.
Krypta
Da sich der eigentliche Kirchenraum in der ersten Etage befindet, liegt die Krypta (Kapelle) auf Straßenniveau. In ihr finden Gebetsangebote statt, z.B. der Rosenkranz.







