Von Sonne, Regen und tollen Gastgebern

So ein Zeltlager ist immer etwas Besonderes: Es ist besonders planungsaufwändig, macht aber besonders viel Spaß. Das Lager, das wir im Sommer hatten, sollte jedoch alles in den Schatten stellen, was wir bisher erlebt haben. Es war unser erstes Auslandslager.

Es ging nach Tschechien in die Nähe von Prag. Wir planten es zusammen mit dem „Mi Mundo Projekt“ des Kölner Diözesanverbandes. Mi Mundo ist ein Pfadfinderprojekt, dessen Ziel es ist, dass möglichst viele Stämme ins Ausland fahren, dort auf eine Partnergruppe aus dem jeweiligen Land treffen und mit ihr gemeinsam Erfahrungen sammeln. Nächstes Jahr wird es dann in Köln ein Treffen geben, bei dem sich alle Stämme mit ihren ausländischen Partnergruppen wieder treffen.
Für uns fing alles schon über ein Jahr vor dem eigentlichen Lager an. Zunächst mussten wir uns auf ein Land einigen. Lange wurde überlegt, bis wir uns für Tschechien entschieden. Eine Partnergruppe wurde schnell gefunden und angeschrieben. Ein paar Monate und viele E-Mails später ging es dann richtig los. Die aufgeregten Weltenbummler packten ihr ganzes Material in einen großen Bus und auf ging es. Mit sehr guter Laune kamen wir am frühen Abend am Zeltplatz an. Leider war es schon dunkel, so dass wir die Zelte nicht mehr aufbauten, sondern in Zelthütten übernachteten. Zelthütten, gemütliche Holzzelte, sind in Tschechien sehr verbreitet.

Am nächsten Tag ging es direkt nach Prag zur Burg. Wir staunten über den Wachwechsel, der jede Stunde mit großem Pomp zelebriert wird. Danach erkundeten wir die Gegend (inklusive Folterkammer).  Zurück am Zeltplatz kam der große Moment: Unsere tschechische Partnergruppe traf ein. Bei lustigen Spielen lernten wir uns kennen. Man merkte ab der ersten Stunde die extrem große Gastfreundschaft. Wir ließen den Abend bei Lagerfeuer und Gesang ausklingeln.
Der Samstag begann mit etwas sehr Spannendem: Dem gemeinsamen Haik. Darunter versteht man eine Wanderung über mehrere Tage, bei der man sein Gepäck immer dabei hat und somit schlafen kann, wo es einem gerade gefällt.  Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es regnete so extrem, dass wir schon sehr früh unsere Zelte aufschlugen und froh waren, mehr oder weniger im Trockenen zu sitzen. Der Rückweg am nächsten Tag verlief dann wesentlich freundlicher. Bei strahlendem Sonnenschein waren auch die nassen Sachen schnell wieder trocken. Den folgenden Tag verbrachten wir noch einmal in Prag.
Dienstag begann mit großer Vorfreude: Die Rafting Tour stand an! Nach einer circa 2-stündigen Zugfahrt kamen wir am Fluss an, zogen die Schwimmwesten über und stiegen in die Rafting Boote. Strömungen, Wasserfälle und  teils unbeabsichtigte Badetouren brachten eine Menge Spaß.
Am Mittwoch geschah dann etwas, was auf Lagern so gut wie nie passiert. Man konnte ausschlafen!  Später wurde ein lustiges Geländespiel gespielt und die tollen Gastgeber verabschiedet. Wir überreichten Geschenke, es wurde ein schönes Foto gemacht und ein gemeinsamer Gottesdienst gefeiert. Nun waren wir wieder unter uns. Irgendwie komisch, nach dem ganzen Trubel.

Am letzten Tag fuhren wir noch einmal nach Prag und durchstreiften in kleinen Gruppen ein letztes Mal die wunderschöne Stadt. Der Tag endete am Lagerfeuer. Zum Schluss schliefen noch einmal in den Holzhütten. Freitag war schließlich Abreisetag. Schnell packten wir alles in den Bus und fuhren glücklich und sehr müde nach Hause.
Fazit: Es war ein sehr schönes und erfolgreiches Lager. Wir haben alle viele neue tolle Erfahrungen sammeln können.  Die Kommunikation mit den Tschechen hat super funktioniert. Es war ein unvergessliches Erlebnis. Schön, dass wir uns nächstes Jahr in Köln wieder sehen.

 

Clemens Fontani